Rätselhafte Delfintode im Connyland endlich geklärt

Delfin (grosser Tümmler) in Freiheit im offenen Meer
(WDSF 23.01.2012) - Die Staatsanwaltschaft Thurgau teilte heute mit, dass die Todesursache der beiden im November 2011 verstorbenen Delfine auf eine Gehirnschädigung, ausgelöst durch Antibiotika, zurückzuführen ist. Eine Vergiftung der Tiere durch Drittpersonen wurde definitiv ausgeschlossen.
Zu der aktuellen Meldung der Staatsanwaltschaft weist WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller darauf hin, dass die beiden deutschen Tierschutz-Organisationen WDSF und ProWal bereits Anfang August 2011 in einer Pressemitteilung die intensive Antibiotika-Behandlung der sensiblen Delfine thematisiert hatten.
Connyland soll Delfin Todesspritze gegeben haben
Ein ehemaliger Mitarbeiter des Connyland, Terry Hardie, hatte dem WDSF und ProWal einen medizinischen Ablaufbericht über den Tod des Delfins Chespa im Jahr 2009 zugespielt. Demnach hatte dieser Delfin, nachdem sich Medikamente wie Prednisolone und das chinesische Heilmittel Yunnan Baiyao als wirkungslos zeigten, nach einer weiteren intensiven Antibiotikum-Behandlung eine Todesspritze erhalten, weil er die Nahrungsaufnahme verweigerte.
Ebenso wurde veröffentlicht, dass das Connyland zwei weitere Todesfälle von Delfinen totschweigen wollte.
Universität Zürich untersuchte Delfine - auch Gewebeproben von vorher verstorbenen Delfinen untersuchen?
Neben den jetzt von der Universität Zürich pathologisch untersuchten beiden verstorbenen Delfine hatte das Connyland sechs weitere Todesfälle innerhalb von drei Jahren bis November 2011 zu verzeichnen. Hier stellt sich die Frage, ob die außergewöhnlich hohe Todesrate nicht ebenfalls auf unsachgemäße veterinärmedizinische Behandlung zurückzuführen ist.
Das WDSF fordert die Feststellung, ob noch Gewebeproben aller verstorbenen Delfine vorhanden sind. Desweiteren sind die veterinärmedizinischen Unterlagen der behandelnden Tierärzte durch die Staatsanwaltschaft zu sichten. Vermutlich wurden auch vormals verstorbene Delfine mit Antibiotikum behandelt und erlitten möglicherweise ein ähnliches Todesschicksal.
Ermittlung gegen zwei Tierärzte
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben z.Zt. gegen zwei Tierärzte des Connyland. Dabei steht auch der Tierarzt Georg Müller nach Medienangaben im Zentrum der Ermittlungen. Das WDSF hatte den Veterinärtierarzt Paul Witzig, der für den Bereich Thurgau zuständig ist, bereits im Juli 2011 auf mögliche Haltungsmängel im Delfinarium des Connyland aufmerksam gemacht. Nach eigenen Angaben gegenüber dem WDSF wurde die Mängelmitteilung im Juli 2011 von Witzig an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Witzig hatte geäußert, dass er kein Delfinspezialist sei.
Dem Connyland sei die Tierhaltungserlaubnis zu entziehen
Gegenüber dem zuständigen Regierungspräsidenten Kaspar Schläpfer für den Kanton Thurgau, der als Aufsichtsbehörde fungiert, wiederholt das WDSF nun die Forderung, dem Connyland umgehend die Tierhaltungserlaubnis für die Delfine zu entziehen.
"Delfine haben in einem Vergnügungspark wie dem Connyland nichts zu suchen."
Jürgen Ortmüller WDSF
Jürgen Ortmüller (WDSF): "Delfine haben in einem Vergnügungspark wie dem Connyland nichts zu suchen, wie die vielen Todesfälle beweisen. Wir fordern die umgehende Schließung des Delfinariums und den vorsichtigen Transfer der drei verbliebenen Meeressäuger in eine betreute zum Meer offene Lagune wie zum Beispiel in Eilat in Israel. Wenn Tierärzte die sensiblen Delfine wie Pferde behandeln und offenbar hochdosiert Antibiotika verordnen, sollte diesen Veterinärspezialisten die Zulassung entzogen werden."
Verfahren gegen Connyland wegen vermuteter Tierquälerei
Das WDSF kündigte gegenüber dem Connyland eine Strafanzeige wegen vermuteter Tierquälerei an. "Die Verantwortlichen im Connyland müssen für Fehler gerade stehen", meint Jürgen Ortmüller.
Quelle: WDSF



Aber nach dem lustigen Artik...
Kommentare
Auch die Nahrung in Gefangenschaft, nämlich toter Fisch, ist für Delfine nicht "natürlich", denn in freier Wildbahn fressen Delfine nur lebende Fische, tote meiden sie. Delfine sind akustische Tiere; ihre Kommunikation und Orientierung im Raum erfolgt zum grossen Teil akustisch. Der akustische Ortungssinn ist in Gefangenschaft praktisch nutzlos und verkümmert.
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