ProWal: Connyland soll Delfine selber durch falsche Medikamenten-Abgabe vergiftet haben - Lebensabend der Delfine besser in Meereslagune

Nachdem die Tierschutz-Organisationen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) und ProWal dem ermittelnden Staatsanwalt, Patrick Müller, übermittelt hatten, dass die beiden verstorbenen Tiere mit unkontrollierten Medikamenten behandelt wurden, ermittelt die Staatsanwaltschaft nun auch in diese Richtung.
Nach Informationen der Tierschutz-Organisationen haben die Meeressäuger das chinesische Mittel „Yunnan Baiyao" erhalten, ebenso das Antibiotikum „Amoxicilline". Demnach waren diese Mittel jeweils dem Futterfisch für die Delfine beigemengt worden.
Staatsanwalt Müller bestätigte dem WDSF, dass „der Forensisch Naturwissenschaftliche Forschungsdienst (FND) der Kantonspolizei St. Gallen" von ihm beauftragt wurde, „die verschiedenen im Delfinarium vorhandenen Medikamente sicherzustellen, mitunter auch das erwähnte chinesische Präparat". Die Mittel sollen im Kompetenzzentrum in St. Gallen auf deren Inhaltsstoffe untersucht und dann mit den Ergebnissen der toxikologischen Untersuchung der Uniklinik Zürich verglichen werden.
Medikament soll nicht zusammen mit Fisch eingenommen werden
ProWal und WDSF weisen darauf hin, dass „Yunnan Baiyao" ein blutstillendes und schmerzlinderndes Heilmittel ist, das bei traumatischen Verletzungen, verursacht beispielsweise durch Prellungen, aber auch bei Hautveränderungen, eingesetzt wird. Nach der Einnahme dieser Medizin sollte auf jeden Fall die Aufnahme von Fisch vermieden werden.
Da dieses medizinische Heilmittel den Delfinen offenbar mit Fisch und anderer Meeres-Nahrung verabreicht wurde, müsste man davon ausgehen, dass die Delfine dadurch vergiftet werden könnten, so WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller.
Auch Hautveränderungen weisen darauf hin
Tierschützer hatten bereits im September auf Hautveränderungen der Delfine hingewiesen, die der zuständige Veterinärarzt Paul Witzig als unerheblich eingestuft hatte. Für die Vergiftungserscheinungen der Delfine spreche auch, so ProWal, dass die Delfine nach eigener Aussage des Connyland unmittelbar nach Trainingsbeginn verstorben seien, bei dem Fisch als Belohnung für antrainierte Kunststücke verabreicht werde.
Säurehaltige Substanzen in Becken gekippt, damit Wasser schön klar ist
Dass die Delfine mit verunreinigtem Wasser von der Außenanlage, die jetzt geleert und gereinigt wurde, möglicherweise in Kontakt geraten sind, könnte den Tod der Meeressäuger beschleunigt haben, so ProWal-Chef Andreas Morlok.
Es würden dem Wasser säureartige Substanzen beigegeben, die es optisch aufklaren sollen, wie die ehemalige Delfintrainerin Graziella Blatter in einem Interview bestätigte http://www.oceancare.org/de/aktuell/news/2011/11/Graziella_Blatter.php
Ortmüller: "Verkettung von Umständen"
Jürgen Ortmüller (WDSF): „Wir müssen davon ausgehen, dass eine Verkettung selbst verursachter Umstände innerhalb des Connyland zum Tod der Delfine geführt hat. Die von uns rechtzeitig als schädlich definierte Techno-Party kurz vor ihrem Tod hat das Immunsystem der sensiblen Tiere erheblich beeinträchtigt. Staatsanwaltschaft und Veterinäramt sollten den Delfinarien-Betreibern umgehend die Lizenz für das Delfinarium entziehen, denn sie haben mehrfach bewiesen, dass sie ihren eigenen Tieren offenbar schaden.
Friedlicher Lebensabend der letzten drei Connyland-Delfine in Meeres-Lagune
Der Transfer der verbleibenden drei Delfine in eine wissenschaftlich betreute Meeres-Lagune, wie in Israel oder Florida, könnte den geschundenen Delfinen einen verdienten und gesunden Lebensabend bieten. Außerdem könnte die angeblich delfinverliebte Zirkusfamilie Gasser ihre Delfine dort gar besuchen."
Quelle: www.wdsf.de



Aber nach dem lustigen Artik...
Kommentare
Auch die Nahrung in Gefangenschaft, nämlich toter Fisch, ist für Delfine nicht "natürlich", denn in freier Wildbahn fressen Delfine nur lebende Fische, tote meiden sie. Delfine sind akustische Tiere; ihre Kommunikation und Orientierung im Raum erfolgt zum grossen Teil akustisch. Der akustische Ortungssinn ist in Gefangenschaft praktisch nutzlos und verkümmert.
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